An dieser Stelle möchte ich einen kurzen Überblick über die berühmte englische Table Railway geben.
Ab dem Jahr 1938 produzierte die englische Firma Hornby die “Dublo Trains”. Der Maßstab war 4 mm pro Fuß, also etwa 1 zu 76. Pate stand das kurz vorher erschienene Trix System, auch die Spurweite war mit 16,5 mm gleich. Die Gleise mit dem durchgehenden Mittelleiter erinnern in ihrem Aufbau stark an Märklin-Gleise. Die Stromversorgung erfolgt mit 12 Volt Gleichstrom, die Fahrtrichtungsänderung durch Umpolen. Alle Modelle wurden aus Tinplate und Zinkdruckguß gefertigt. Schnell erlangte das neue System große Popularität.
Nach Unterbrechung durch den zweiten Weltkrieg wurde ab 1947 die Produktion wieder aufgenommen. Ab dem Zusammnenschluß der “Great Four” (LMS, GWR, SR und LNER) zu British Railways erschienen dann auch Modelle in diesen Farben, später auch Dieselloks und Neubaudampfloks.
Das Gleise erlaubten enge Radien und Kehrschleifen, es gab Kreuzungen, eine Drehscheibe, isolierende und nicht-isolierende Weichen, Entkupplungsgleise, Form- und Lichtsignale, Wasserkran, Lademaß, Prellbock und natürlich auch den typischen Bahnübergang.
Die ersten Gebäde vor dem Krieg waren aus Sperrholz, ab 1950 kamen ein Bahnhof mit Bahnsteig, Stellwerk, Güterschuppen und eine Fußgängerbrücke in Alu-Druckguß auf den Markt. Diese waren sehr stabil und haben dadurch vielfach bis heute überlebt und sind verhältnismäßig preiswert zu bekommen.
Es ist erstaunlich, welche gute Detailierung, vorbildgerechte Proportionen, weiche Laufeigenschaften und Solidität bei den Lokomotiven damals errreicht wurde. Man beachte die für ihre Zeit relativ niedrigen und schmalen Spurkränze, dennoch laufen die Loks ohne Probleme selbst durch einen Radius von 15 inch (381 mm). Es gab jedoch auch einen größeren Radius von 444 mm.
Die Wagen waren aus bedrucktem Blech gefertigt, die Aufbauten wie z.B. bei den Containerwagen waren teilweise aus Holz. Ab Mitte der 50er Jahre setzte sich jedoch auch bei Hornby Dublo der Kunststoff weiter durch. Die Inneneinrichtungen der Personenwagen bestanden dann meist aus Plastik, und mit dem Grain Wagen erschien 1959 der erste Waggon in der “Super Detail” Serie.
Um 1958 herum begann der Stern des 3-Leiter-Systems aufgrund der Konkurrenz, besonders von Triang, zu sinken. Die Kunden wollten auch ein mehr vorbildgerechteres Gleis, auch war Hornby Dublo im Vergleich zu anderen Systemen in einem höheren Preisniveau angesiedelt. Man brachte ein Zweileitergleis auf den Markt und es gab die die Loks jeweils in Zwei- und Dreileiterausführung. Weiterhin versuchte man mit preisgünstigen Startpackungen verlorenen Boden wieder gut zu machen.
Aber es kam wie es kommen mußte, 1964 wurde Hornby von den Lines Bros., Eigentümer des Triang Railway Systems übernommen, und 1965 verschmolzen die beiden Sortimente zu Triang-Hornby. Daraus entstand das System, das wir heute als Hornby Railways kennen. Geblieben sind die faszinierende Firmengeschichte und tausende Modelle bei Sammlern und Spielbahnern. Die Versorgungslage bei Ersatzteilen (teils nachproduziert) ist als ausgesprochen gut zu bezeichnen, und bis auf einige Ausnahmen ist fast alles von Hornby Dublo relativ preiswert auf Auktionen, spezialisierten Händlern und bei Ausstellungen zu bekommen.
Einen sehr guten Überblick über das Hornby Dublo System bekommt man ín dem Buch vom Michael Foster “Hornby Dublo 1938-1964 The story of the perfect table Railway” (ISBN 0904568180), erhältlich im gut sortiertem Second-Hand-Buchhandel oder im Internet.
Wir wollen uns in Berlin regelmäßig treffen und suchen interessierte Freunde englischer Modellbahnen.
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Das MMM 2012 wird im Juni wieder die zentrale Anlaufstelle für alle Märklin Insider sein. Mit einer Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin – bei der wir wieder mal einmalige Märklin Schaustücke im Betrieb zeigen werden – können wir wieder hochkarätig besetzte Vorträge anbieten. Abgerundet wird das Event durch verschiedene Führungen im ganzen Stadtgebiet. Highlight für alle Freunde des MMM ist auch in diesem Jahr natürlich der Stammtisch im Max & Moritz, mitten im schönen Kreuzberg.