Die Firma Staiger in St. Georgen im Schwarzwald, bis dahin Hersteller feinmechanischer und elektrotechnischer Geräte, brachte 1947 die Mignoneisenbahn heraus, ursprünglich gedacht für die Kinder der französischen Besatzungsangehörigen (daher der französische Name Mignon).
Es handelte sich um eine Bahn in ca. 11mm Spurweite auf Zweischienen- Böschungsgleis, wobei die Böschung aus termoplastischem Kunststoff besteht. Gleise gab es nur in ganzer Länge mit 12cm langen geraden und gebogenen von denen 12 einen Kreis mit 50cm Durchmesser bilden, dazu ein gebogenes Anschlussgleis und ein paar Handweichen:
Es gab nur eine Lokomotivtype, eine zweiachsige Schlepptenderdampflok mit Schneckenantrieb auf die 2. Achse mit Allsrommotor, teilweise mit Kuppelstangen, dadurch Antrieb beider Achsen entsprechend Achsfolge B (Loks ohne Kuppelstange nur mit Antrieb der Hinterachse entsprechend Achsfolge 1A). Die Lokomotive wurde in der Produktionszeit nur wenig abgeändert, so waren die späteren Loks an Stelle des Schienenschleifers zur Verbesserung der Stromabnahme mit Radschleifern ausgerüstet . Die Umschaltung von vorwärts auf rückwärts erfolgt durch drehen einer stilisierten metallenen Rauchwolke am Schornstein, was ein besonderes Charakteristikum dieser Bahn ist (“die Bahn mit der Rauchwolke”).
Der Wagenpark bestand aus vierachsigen verschiedenfarbigen Personenwagen (D-Zug) mit Kunststoffgehäuse und einem grünen dazu passenden Gepäckwagen:
weiterhin aus vier zweiachsigen und drei vierachsigen Güterwagen (die Plane des Niederbordwagens ist nicht original):
Das angebotene Zubehör bestand aus einem Tunnel aus Holz und Pappe sowie aus von Kibri hergestellten, aber Mignon gemarkten Bahnhof, Brücke und Bahnübergang:
Die Anfangspackung mit der Bestellnummer EK 1001 enthielt die Lok mit Tender, 2 D-Zug-Wagen, dem Gepäckwagen, 6 geraden un 12 gebogenen Gleisen, darunter ein Anschlussgleis:
dazu gab es einen regelbaren Trafo für 110 oder 220V , im Ausgang ca. 8-16V Wechselstrom an der Schiene und einem zweiten Ausgang z.B. für Lichtanschluss, untergebracht in einem Stellwerkhaus, Bestellnummer ET 1001:
Die Bahn wurde bis 1951 produziert, Verkauf von Mignonartikeln ist noch bis 1953 belegt. Später war die Firma Staiger in der Uhrenproduktion tätig.
Die Mignonbahn ist recht selten zu finden, trotzdem gibt es auch in Berlin Fans dieser kleinen Bahnen die diese auch auf Ausstellungen im Betrieb zeigen.
eine Mignon Zweizuganlge mit Ausweichgleis, ergänzt mit Kibri-Teilen:
die beiden Lokomotivtypen mit Radschleifer und Schienenschleifer (mit Kuppelstangen):
nochmals dargestellt mit Tender in Fahrstellung vorwärts (oben) und rückwärts (unten):
die zerlegte Lok Typ mit Schienenschleifer ohne Kuppelstangen:
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